„Die Menschen schützen, die Natur erhalten“
ECHO-Interview – Landtagsabgeordneter Stephan glaubt an Lösungen für Grundwasser
|
 |
 |
| Peter Stephan (CDU) sitzt für den Wahlkreis Bergstraße Ost im Hessischen Landtag. Er ist Fraktionssprecher für Umwelt und Landwirtschaft. Foto: Lutz Igiel |
 |
|
ECHO: Herr Stephan, ist es nicht absurd, im Hessischen Ried gleichzeitig Rheinwasser einsickern zu lassen und an anderer Stelle Wasser abzupumpen, um es in den Rhein zu schütten?
Peter Stephan: Weil im Ried Grundwasser in großer Menge entnommen wird, ist der Wasserverband dazu gezwungen, Wasser zum Ausgleich in den Boden zu geben. Dadurch steigt natürlich der Grundwasserspiegel. Der Kreislauf muss so angelegt sein, dass der Wasserspiegel ausgeglichen wird. Die Menschen müssen geschützt, die Ackerflächen bebaubar sein, und die Natur muss erhalten werden.
ECHO: Jetzt soll ein Runder Tisch die Lösung bringen. Der Energiegipfel nährte vor kurzem nicht die Hoffnung, dass größere Runden viel bewegen. Warum sollte das diesmal anders sein?
Stephan: Ich halte den Energiegipfel für einen großartigen Erfolg. Auch haben wir in Nordhessen mit einem Runden Tisch sehr gute Erfahrungen gemacht, der sich mit der Salz-Einleitung in die Werra beschäftigt hatte. Unter Beteiligung vieler gab es da vernünftige Ergebnisse.
ECHO: Die Probleme mit feuchten Kellern und trockenen Wäldern sind seit Jahrzehnten bekannt. Warum unternimmt das Land erst jetzt etwas?
Stephan: Zunächst ist das Aufgabe des Wasserverbands Hessisches Ried. Die Dimension des Problems erfordert aber mittlerweile das Mitwirken aller.
ECHO: Und jetzt ist es zu spät?
Stephan: Es ist nicht zu spät. Ohne Zweifel gibt es Schäden im Wald und Risiken für Häuser. Beides können wir aber anpacken.
ECHO: Viele Neubaugebiete der jüngeren Zeit sind in tiefen Lagen ehemaliger Sümpfe entstanden. Muss das aufhören?
Stephan: Wenn ein Baugebiet „Im Teich“ heißt, weist das daraufhin, dass dort früher einmal Wasser war. Aber nach dem Bau hilft uns diese Erkenntnis nicht mehr. Auch die Menschen dort muss man schützen. In Zukunft muss die Grundwasserproblematik bei der Ausweisung von Bauland mehr Beachtung finden.
ECHO: Läuft es unter dem Strich darauf hinaus, dass das Wasser teurer wird? Es gab ja mal einen Wasserpfennig.
Stephan: Ich bin kein Freund des Wasserpfennigs. Ökologische Kosten für das Wasser sollten aber schon im Wasserpreis enthalten sein. Egal, was unternommen wird: Es wird Geld kosten, auch den Verbraucher.
|