| |
|
Presse
| 10.07.2010, 12:52 Uhr |
|
Übersicht |
Drucken
|
Gebündelte Energiegewinnung
Umwelt: Hessischer CDU/FDP-Arbeitskreis macht in Fürth Station - Bürgermeister stellt Energiekonzept vor
FÜRTH.
Der Bergsträßer Landtagsabgeordnete Peter Stephan (CDU) organisierte für den Arbeitskreis für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der hessischen CDU und FDP eine Sommerreise in Südhessen mit Stationen zu umwelt- und energiepolitischen Themen.
Vor Ort informierten sich die Landtagsabgeordneten und Mitarbeiter über Praxisbeispiele, Konzepte und Erfahrungen. Erste Stationen waren eine Frankfurter Schule und in Darmstadt ein Passivhausprojekt. Am Nachmittag traf die elfköpfige Gruppe in der Gemeinde Fürth ein, um das Energiekonzept der Gemeinde kennenzulernen, das alle Parteien mittragen.
Bürgermeister Volker Oehlenschläger stellte die Arbeit der Energiekommission - Mitglieder sind Dirk Grassinger, Stephan Rossbach vom Umweltamt, Verwaltungsmitarbeiter Ernst Roth, Hackschnitzel-Experte Bernd Schmitt, Fotovoltaik-Experte Thomas Unrath und Landwirt Bernhard Wolbert - vor. Das Ziel, das Energiekonzepte von unten zu gestalten, sei erreicht. Nach der konzeptionellen Phase komme die Kommission nun in die Phase der Umsetzung.
Der Ausgangspunkt ist klar definiert: ,,Was wir tun, muss sich rechnen." Ebenso klar formuliert sind die Ziele - die CO2- Emmissionen verringern, im Gemeindehaushalt die Kosten senken und eine Wertschöpfung innerhalb der Gemeinde erreichen.
Um den privat Energieverbrauch und das persönliche Verhalten zu ändern, will die Kommission die Bevölkerung informieren und sensibilisieren. Nach den Sommerferien wird Grassinger Vorträge und Aktionen, Internetpräsens und Presseberichte organisieren.
Die ersten konkreten Schritte geht die Gemeinde gemeinsam mit der Energieagentur - früher Solar- und Energieberatungszentrum (SEBZ) in Heppenheim - mit einer Vortragsreihe zum Energiesparen im Haushalt, Heizung und Solar, Altbausanierung sowie die Nutzung von Solarstrom für Hausbesitzer und Klein-Investoren. Die Reihe wird mit einem Themenpark beim Fürther Markt beendet werden.
Christian Beckmann von der Wirtschaftsförderung Kreis Bergstraße erwähnte die Integration des SEBZ in die Wirtschaftsförderung und kündigte an, dass nach der Sommerpause die ganzheitliche Energieagentur ihr Konzept inhaltlich präsentieren werde.
Auf der kommunalen Ebene, führte Oehlenschläger aus, gelte es den Energieverbrauch zu senken. Die Gemeinde will ihre Gebäude energetisch optimieren und hat als erstes die Gebäudequalität hinsichtlich des Energieverbrauchs erfassen lassen. Zur Verbesserung werden einige der regenerative Energiequellen - Fotovoltaik, Holz, Biogas, Windkraft - zum Einsatz kommen.
Ein Grundsatzbeschluss der Gemeindevertretung unterstütz das Vorhaben, denn bei Neubau oder Erneuerung von Heizungsanlagen sollen nur noch Pellet oder Hackschnitzelheizungen eingesetzt werden. Als Oehlenschläger berichtete, er versuche den Kreis für die Ermittlung von Geo-Daten per Flugzeug zu gewinnen, gab Stephan die Information, dass das Land Hessen gerade das Land für ein Solarkataster überfliegen lasse.
Wenn die Gemeinde Fürth vom Land ihre Daten bekäme, wäre sie ihrem Anliegen, geeignete Dachflächen für Photovoltaikanlagen zu finden, näher gerückt. Laut Oehlenschläger könne sich die Gemeinde vorstellen, sich an einer Gesellschaft zu beteiligen, die Fotovoltaik-Anlagen betreibt.
Auch wenn der Bund die Einspreisvergütung weiter reduziere und das Marktanreizprogramm aus der Förderung herausgenommen habe, spreche, so Unrath, neben den günstigeren Modulen einiges für Fotovoltaik. ,,Die Selbsteinspeisung ist lukrativer geworden gegenüber dem direkten Verkauf des Stroms." Zudem stützten Photovoltaikbetreiber das Netz.
Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister betonte den ökonomischen Mehrwert von Fotovoltaik, das ziehe bei den Menschen. Schmitt berichtete über seine Erfahrungen der Wärmeerzeugung mit Holzhackschnitzel, dem Nahwärmenetz und dem Einsatz der Holzhackschnitzel zur Verstromung. Problematisch sei, dass noch keine funktionierenden Kleinanlagen - Blockheizkraftwerke zwischen 100 und 150 Kilowatt - entwickelt wurden, die mit Holz betrieben werden.
Beim Thema Biogas fragte Weinmeister nach, inwieweit die Landwirte nur als Substrat-Lieferanten oder auch als Eigner angesprochen sind. Oehlenschläger will eine Biogas-Anlage nicht über die HSE betreiben lassen, sondern selbst Betreiber sein und die Landwirte an der Wertschöpfung beteiligen. Damit könnten Bauern künftig zwei Standbeine haben: Landwirtschaft und Energiegewinner.
Windkraft sollte, so Oehlenschläger, dort eingesetzt werden, wo es Sinn mache. Grundsätzlich sei es gut, rechtzeitig zu informieren und Grundsatzgespräche mit den Bürgern zu führen, um Ablehnung durch eine Bürgerinitiative zu vermeiden. Er könne sich gut Windräder am Nibelungensteig,' abgestimmt auf den Tourismus, vorstellen, jedoch nicht auf den repräsentativen Höhenzügen.
Zum Schluss sprach Oehlenschläger über das große Zukunftsprojekt, den ,,Bio-Energiepark Fürth". Dort könnten Biogasanlage, Fotovoltaik, Produktion und Trocknung von Hackschnitzel und weitere Technologien zur Erzeugung von regenerativen Energien kombiniert werden.
Weinmeister war begeistert von dem Energiekonzept für eine ganze Gemeinde: ,,Noch sind solche Konzepte selten." Er kündigte an, Interessierte aus anderen Kommunen nach Fürth zu schicken, damit sie mitzukriegen, wie hier vorgedacht und was alles miteinander kombiniert wird. Er wünschte der Gemeinde Durchsetzungskraft und langen Atem für das Konzept.
Nach den kompakten Informationen in Fürth fuhr die Reisegruppe weiter zu einer Firma in Hesseneck, die integrierbare Systeme zur Energieeinsparung und Wärmerückgewinnung entwickelt und einbaut. Weitere Stationen der Gruppe sind der Stadtwald bei Lampertheim, eine Metall verarbeitende Firma in Lorsch, die Rheindeiche und das Kernkraftwerk in Biblis.
|
Ältere Artikel finden Sie im Archiv. |
 Impressionen   Presseschau
 News-Ticker  Termine
 CDU Landesverband Hessen
| |