Die Bergstraße ist dafür bekannt, dass hier der Frühling etwas früher kommt und der Spätsommer etwas länger bleibt. Das wirkt sich auch auf die hier produzierten Weine aus, da die Reben relativ früh zur vollen Reife gelangen. ,,Bergsträßer" sind daher auf dem Weinmarkt gesuchte Spezialitäten.
Vor diesem Hintergrund ist auch für Bürgermeister Thorsten Herrmann (CDU) der Erhalt der Kellerei der Domäne Bergstraße der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach in Bensheim von besonderer Bedeutung.
,,Als Flaggschiff und Werbeträger der Bergsträßer Weine" nehme das Staatsweingut an der Grieselstraße über die Grenzen von Hessen und Deutschland hinaus eine herausragende Position ein, schreibt der Bürgermeister in einem Brief an den Landtagsabgeordneten Peter Stephan, dem Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Bürgermeister Herrmann befürchtet durch den Wegfall des Staatsweingutes nicht nur einen großen Imageverlust für das Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße. Auch als Talentschmiede für den Winzer-Nachwuchs, die in den vergangenen Jahren immer weit über den eigenen Bedarf hinaus ausbildete, würde die Domäne fehlen.
So schlägt Thorsten Herrmann vor, die Kräfte zu bündeln und in einem gemeinsamen Gespräch mit allen Beteiligten Strategien zu entwickeln, die zur Sicherstellung der Zukunft des Staatsweingutes an der Bergstraße dienen.
In die Schlagzeilen ist die Domäne Bergstraße der hessischen Staatsweingüter im Zusammenhang mit Veröffentlichungen zu erforderlichen Sparmaßnahmen gekommen.
Vom Leiter des Landesbetriebes, Dieter Greiner, wurde in der Presse allerdings auch gesagt, dass sich die hessischen Staatsweingüter von der Bergstraße nicht zurückziehen. ,,Das ist von keiner Seite gewollt", war zu lesen.
Mit einer bewirtschafteten Rebfläche von 35 Hektar ist das Staatsweingut Bergstraße nicht nur das größte Weingut an der Bergstraße, es ist zugleich Ausbildungsbetrieb - und ein Impulsgeber für den hiesigen Weinbau.
So hat die Domäne die erste Riesling Trockenbeerenauslese und den ersten Eiswein an der Bergstraße erzielt und ist Vorreiter bei der biologischen Schädlingsbekämpfung.
Als Erste führte sie an der Bergstraße flächendeckend Pheromonfallen ein und verzichtet vollständig auf den Einsatz von toxischen Stoffen im Weinbau.