Biomassenutzung im Kreis Bergstraße ausbaufähig.
Landesregierung veröffentlicht Potenzialstudie für Hessen
Vor interessierten Parteifreunden im Kreis Bergstrasse erläuterte der Landtagsabgeordnete Peter Stephan die Ergebnisse der Biomasse-Potenzialstudie für Hessen. Diese Studie gibt wertvolle Hinweise zur Weiterentwicklung der Bioenergie.
Bis zum Jahre 2020 sollen rund 20 % des Energieverbrauchs in Hessen aus erneuerbaren Quellenerzeugt werden. Dazu soll die Biomasse rund 45 % beitragen. Zu den Energieträgern zählen dabei insbesondere Holz und Energiepflanzen, aber auch Abfälle und andere Reststoffe.
Neben den Potenzialen wird auch der derzeitige Stand der Bioenergieerzeugung in Hessen dargestellt.
In ihrem Basisteil weist die Studie daher auch eine Rangfolge der Landkreise bei der Nutzung der regenerativen Energien auf.
Dabei nimmt der Kreis Bergstraße bei Bioenergie in der Rangfolge der 26 Landkreise und kreisfreien Städte derzeit Platz 18 ein. In der Summe werden im Kreis Bergstraße 215 Gigawattstunden pro Jahr regenerative Energien aus biogenem Material erzeugt, in Gesamthessen sind es rund 7.000 Gigawattstunden.
Bei der Erzeugung von Strom aus Wasserkraftanlagen liegt der Kreis Bergstraße dank der Staustufen in Neckarsteinach und Hirschhorn auf mit 8,9 Megawatt Platz zwei in der Reihenfolge der Landkreise, bei Photovoltaik ist es Platz 13. Bei der Nutzung der Solarthermie ist es Platz 7 und bei Nutzung der Geothermie ergibt sich Platz 6.
Aus dieser Rangfolge ergibt sich für den Kreis Bergstraße insgesamt der 16 Platz unter den 26 hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten bzgl. der Erzeugung regenerativen Energien.
Die Studie, die im Internet unter der Adresse:
www. biomasse-hessen.de zu finden ist,
zeigt weiterhin auf, dass im Kreis Bergstraße derzeit drei Biogasanlagen betrieben werden, es gibt vier Blockheizkraftwerke, die mit Pflanzenöl betrieben werden, ein Holzheizkraftwerk, bei dem sowohl Wärme als auch Strom erzeugt wird, sowie 25 Holzheizkraftwerke.
An insgesamt 6 Staustufen an Bächen und Flüssen wird Energie durch Wasserkraft erzeugt, eine Anlage gewinnt Deponiegas und in fünf Anlagen im Kreis Bergstraße wird Gas aus Kläranlagen aufbereitet und energetisch genutzt.
Bei der Nutzung der Photovoltaik liegt die Stadt Bürstadt mit weitem Abstand vor den anderen Riedgemeinden, während Photovoltaik in den Odenwaldgemeinden weniger verbreitet ist.
Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass im Kreis Bergstraße derzeit 215 Gigawattstunden pro Jahr an regenerativen Energien auf der Basis von biogenen Materialien erzeugt wird. Das noch auszuschöpfende Potential liegt bei 165 Gigawattstunden. Also ist eine Steigerung um 75 % möglich. Diese Steigerung liegt über dem Steigerungswert für Bioenergie in Hessen, der bis zum Jahre 2020 mit 58% erwartet wird.
Als Resümee dieser Studie hält der Landtagsabgeordnete Peter Stephan, der auch Sprecher der CDU Fraktion im Hessischen Landtag für die Themenbereiche Umwelt und Energie ist, fest, dass enorme Ausbaupotentiale im Bereich der Bioenergie bestehen.
Diese zu nutzen ist insbesondere wichtig, weil sich im Kreis Bergstraße nicht alle Flächen zum Aufbau von Windrädern eignen. Gerade aber der Odenwaldteil des Kreises Bergstraße kann wesentlich durch seinen Holzreichtum und seine landwirtschaftlichen Betriebe einen Beitrag zur regenerativen Energieerzeugung leisten. Damit wird auch den Landwirten und den Forstwirten ein wichtiges Zusatzeinkommen ermöglicht. Zudem kann sehr viel Grünschnittabfall einer energetischen Verwendung zugeführt werden.
Alle öffentlichen Stellen und Interessenten wird die Biomasse- Potenzialstudie zur Lektüre und zum nachfolgenden Handeln empfohlen, so Stephan.
|